Französisch

Sieger beim Landessprachenfest

Am 28. Mai 2010 wimmelte es morgens an der Gesamtschule Harburg von römischen Legionären, die gut an ihrem prachtvollen Federbuschhelm zu erkennen waren oder weiteren Bürgern der Antike, die in Ledersandalen und in die klassische Leinentoga gewandet über den Schulhof wanderten.
Wer glaubte, dies seien eventuell die Vorboten der spät-römischem Dekadenz, der irrte gewaltig, denn die GSH richtete in diesem Jahr das zehnte „Landessprachenfest“ aus. Auftakt dieser Veranstaltung war die Begrüßung in der Aula durch die Landebeauftragte des Wettbewerbes, Christiane Fraedrich, und die Schulleiterin, Heidrun Pfeiffer. „Schön, dass das Fest gerade zum zehnjährigen Jubiläum erstmals südlich der Elbe stattfindet“, betonte Pfeiffer dabei in ihrer Rede, „und genauso schön ist auch die zweite Premiere, denn mit unserer Schule richtet zum ersten Mal eine Gesamtschule den Wettbewerb aus.“
Nach der Begrüßung wurde es richtig spannend, denn die neunzehn Schülergruppen führten ihre selbstgeschriebenen fremdsprachlichen Stücke auf. Dabei mussten sie nicht nur das Publikum begeistern, sondern sich auch dem kritischen Blick einer Jury unterziehen, die den Tagessieger ermitteln wollte. Siegreich waren die Gruppen schon im Vorwege gewesen, denn den Schülern war es gelungen, sich aus einer Gruppe von 116 Bewerbern zu qualifizieren. Die 10 minütigen Stücke, die in den Sprachen Latein, Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch von den Schülern der Klassen 4-13 vorgetragen wurden, beinhalteten vom römischen Sklavenmarkt bis zum russischen Märchen eine ganz unterschiedliche und bunte Themenpalette. Nach einer kurzen Mittagspause sollte dann der Tagessieger verkündet werden, dazu kamen alle Teilnehmer in die vollbesetzte große Sporthalle der GSH. Die Atmosphäre brodelte in der Halle und die Stimmung dort war zum Zerreißen gespannt, denn alle warteten darauf, wen die leitende Oberschulrätin, Elisabeth Rüssmann, zum Sieger küren würde.
Die Freude und Überraschung war riesengroß als die Gruppe der GSH als Gewinner feststand. Der Französischkurs aus Klasse 10 unter der Leitung von Annelie Müller hatte einen klaren und eindeutigen Sieg mit ihrem Stück „Claire et Clémence“ nach Harburg gebracht. Das Stück beinhaltet eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, denn die beiden Mädchen Claire und Clémence lernen sich auf einer Feier kennen und verlieben sich sofort ineinander. In welch unterschiedlicher Form die Umwelt auf diese Liebe reagiert zeigten Daniel, Lorelei, Elisabeth, Victoria, Gülcin, Linda, Fadime, Belgin, Louisa, Mareike und Sina in bewegender und eindrucksvoller Form.
„Mich hat vor allem beeindruckt, wie eigenständig die Schüler das Thema gefunden und weiter bearbeitet haben“, führt Annelie Müller, die zudem noch das Fest an der GSH organisiert hat, aus.
„Meine Schüler sind unglaublich motiviert gewesen und haben sich mit ihrer Arbeit ganz stark identifizieren können, so dass sie ihre Figuren geradezu geliebt haben“, berichtet Müller weiter, „aber auch die sprachliche Varianz von Gossensprache bis zur hochsprachlichen Lyrik war für mich sehr überzeugend.“
Die Lyrik bildete den literarischen Schluss- und Höhepunkt des Stückes. Daniel hatte ein Gedicht von Jaques Prévert vertont, das Louisa dann am Ende vorsang. „Les enfant qui s‘ aiment“ – „Die Kinder, die sich lieben“ lautet der Titel des Gedichtes von 1951. Mit diesem wunderschönen Song im Ohr, konnten das Publikum und alle Teilnehmer dann gegen 15.00 Uhr das Landesfremdsprachenfest beschwingt verlassen.

Götz Grabowski
Begrüßung
GSH: 1. Platz
Claire et Clémence
Claire et Clémence
Claire et Clémence
Claire et Clémence
Luisa und Daniel