Ein Porträt nach dem eigenen Spiegelbild malen,
seinen Namen spiegeln und spiegelbildlich darstellen,
Fotos vor Zerrspiegeln und Hohlspiegeln mit Kameras aufnehmen,
gespiegelte Landschaften in der Kunsthalle Hamburg betrachten und eigene Städte zeichnend entstehen lassen, die sich im Wasser spiegeln.
Derartige „Spiegeleien“ führte die Klasse 7e innerhalb der Projektzeit „ Kulturkontraste“ in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kunsthalle durch und ihre Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
An außerschulischen Lernorten (wie dem Universum in Bremen) erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie vor den unterschiedlichsten Spiegeln ihre Nasen und Beine immer länger werden, wie sich Körper und Gesichter verformen, um dann, - bei einer Veränderung der Entfernung vor dem Spiegel ,- wieder eine andere Gestalt anzunehmen.
Wie sehe ich mich? (nicht nur im Spiegel)
Wie sehen mich andere?
Wie möchte ich von meinen Mitschülerinnen und Mitschülern gesehen/wahrgenommen werden?
Diese Fragen stellten sich die Schülerinnen und Schüler und nahmen entsprechende Posen vor verschiedenen Spiegeln ein, um sie fotografisch festzuhalten.
An zwei folgenden Projekttagen ging es in die Kunsthalle nach Hamburg, um u.a. eigene Kunstwerke mit bunten Spielstäbchen, so genannten „Zometools“ entstehen zu lassen und zu schauen, wie diese sich vor verschiedenen Spiegeln verändern. „Sollte ich nicht lieber doch ganz anders weiter bauen?“ Das ist die Frage, die sich so mancher beim Betrachten seines gespiegelten Werkes stellte.
In der Kunsthalle brachten die Schüler dann auch in Erfahrung, dass es nicht nur Spiegel in vielen Gemälden alter Meister sowie überhaupt in Gemälden aller Epochen gibt, sondern dass auch jedes einzigartige Kunstwerk ein Spiegelbild der Gesellschaft ist.
So lies ein Gemälde des berühmten Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner mit dem Titel "Vor den Menschen" folgendes Gedicht hervorbringen:
Das Paar vor den Menschen
Sie sind verliebt.
Auf Wolke sieben.
Haben alles, was es gibt,
weil sie einander lieben.
Das Liebesglück, der beiden
- still.
Macht die Neider verrückt,
selbst den, der´s nicht will.
Sie lästern, lachen
Und schneiden Grimassen.
Doch die zwei blauäugigen Naiven
werden sich trotzdem lieben.
Was die anderen wollen
ist das, was sie haben.
Des nachts, sich an der Seite
des anderen einrollen.
Sarah ( Klasse 7e )
Beschäftigt man sich so intensiv mit Spiegeleien in der Kunst und auch Literatur, so bleiben physikalische Aspekte nicht aus.
„Im Alltag sind mir die vielen Spiegeleien gar nicht aufgefallen“, bemerkte eine Schülerin aus der Klasse 7e. „Ein Löffel, den wir täglich benutzen, hat beispielsweise zwei Spiegelseiten. Wenn man in die „äußere“ Seite blickt, dann sieht man sich im „Wölbspiegel“ ganz normal, nur mit einem langen, verzerrten Gesicht. Dreht man den Löffel um, so sieht man sich im Hohlspiegel auf dem Kopf stehend.“
Dies und andere physikalische Experimente konnten dann auch in der Projektausstellung der Klasse 7e ausprobiert werden. Unsere Mobiles, verziert mit den Ergebnissen aus vielen unserer Spiegeleien, spiegelten sich in einem großen Spiegel, wenn die Besucher den Raum betraten, in dem wir unsere Ergebnisse präsentierten.
Heidi Gebbert und Heike Rieper, Klassenlehrerinnen 7e
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