Stell dir vor, du fliegst mit einem Raumschiff durchs Weltall zu einem neu entdeckten Planeten.....
Die Welt dort erinnert dich an deine eigene und doch ist alles anders: alles ist blau.
Du siehst genau hin und versuchst, dir alles exakt einzuprägen. Die Möglichkeit, das Ganze zu
fotografieren scheidet nämlich aus, da der Akku deines Fotoapparates sich auf dem Hinflug
entladen hat. Du nimmst dir vor, das Gesehene auf der Erde nachzubauen, damit alle die es
interessiert, sich ein Bild von dem Leben und seinen Bewohnern dieses unbekannten Planeten
machen können....
Das Projekt begann mit dieser Fantasiegeschichte und dem Sammeln verschiedener Materialien:
Kartons, Schachteln, Tuben, Papprollen, Verpackungsmaterial, blaue Papiere, Fotokarton, Folien,
ausrangierte Kleidung - Dinge des Alltags, die sonst in der Mülltonne gelandet wären. Frei nach
dem Motto: was für den einen Müll ist, ist für den anderen die Grundlage für neue Ideen.
Der Kunstgedanke dahinter fand seinen Anfang als „object trouvé“ im Umkreis des Dadaismus
und meint triviale Gegenständen und Materialien in neue Sinnzu- sammenhänge zu bringen. Das
Ganze hatte (und hat) spielerische bis provokante Züge und stärkt die Fähigkeit, selbst in den
unscheinbarsten Dingen etwas Wertvolles zu finden.
Die inneren Bilder, die bei der Fantasiereise auf den fremden, blauen Planeten entstanden sind,
sollten nun visualisiert werden. Dazu konnten die Schüler aus drei verschiedenen Bereichen
wählen, um ihre Objekte darzustellen: Gegenstände des Alltags, Erfindungen, Planetenbewohner.
Die Schüler fanden sich in kleinen Arbeitsgruppen zusammen und entwickelten ihre Ideen. Einige
von ihnen haben ihre Ideen mittels Skizzen veranschaulicht. Das gesammelte Material wurde
auf Tischen ausgebreitet und stand allen Schülern zur Verfügung. Bei manchen Schülern war die
Idee die Basis ihrer Arbeit, und daraufhin wurde die entsprechende Form gesucht, andere wurden
durch die Formen der gesammelten Gegenstände zu einer Idee inspiriert. Die Umsetzung und
Gestaltung wurde dann im Einzelnen besprochen.
Die Mehrheit der Schüler hat sehr selbstständig gearbeitet. Es gab kaum Anlaufschwierigkeiten,
die meisten haben gleich „Gas gegeben“. Durch meine eigene künstlerische Praxis - ich arbeite
vornehmlich mit Fundstücken aus der Natur, die ich mit Fundstücken des Alltags kombiniere -
konnte ich entsprechende Tipps geben: wenn etwas auf einem Weg nicht funktioniert, so geht es
auf anderem Wege.
Dieses „Dranbleiben“ und das Auffinden neuer Wege, ist ein wichtiger Aspekt
der Kunst und des Lebens.
Nachdem die Arbeiten fertig gestaltet waren, haben die Schüler Texte zu ihren Objekten geschrieben.
Es war ihnen frei überlassen, ob der Text eine Art Gebrauchsanweisung, „Bauanleitung“,
Werbezettel oder eine witzige Beschreibung ihres Objekts darstellten sollte.
Besonders schön war es, wenn die Fantasie, die bei der Gestaltung verwendet, auf der Ebenen
des Textes weiter geführt wurde: Blue Cinema (Alex), I Pod Blue (Kimberly), Laptop in Blau (Manuel), Planet Labu (Rebecca), Planet Bula (Saskia).
Bei der Ausstellung stand jeweils eine Person aus der Gruppe am Kunstwerk und konnte den
Besuchern ihr Objekt, ihre Erfindung, Ihre Kollektion oder ihren Planetenbewohner beschreiben.
Die unterschiedlichen Ergebnisse der Projektwoche zeigen, was aus „Müll“ werden kann.
Die Projektwoche und die Ausstellung haben viel Spaß gemacht und das lässt sich auch an dem
tollen Ergebnis ablesen.
Heike Stephan
und die Klasse 7b von
Frau Reddeck und Frau Schülke
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