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Die KulturKantine will ein Forum für Kleinkunst in der GSH sein. Nicht die große Aktion, sondern kleine Konzerte, Ausstellungen, Filme, kein großes Theater, sondern Lesungen, kurze Szenen oder Cabaret werden dort zu sehen sein. Inhaltlich können die Abende zu einem Thema gestaltet werden. Dabei soll Ziel sein dieses Thema von vielen Seiten oder auf unterschiedliche Arten zu präsentieren. Denkbar ist aber auch, dass Kurse und Klassen hier außerhalb der Unterrichtsräume eine Möglichkeit finden ihre Arbeitsergebnisse zu zeigen.
Die KulturKantine entsteht in Zusammenarbeit mit dem Dorfplatz der GSH und möchte die Schule auch bis in den Stadtteil weiter für Kultur öffnen.
"KammerOper Dresden" gastierte
Am 3.12.08 gab es an der GSH hochkarätigen Besuch:
Die "KammerOper Dresden" gastierte mit der "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart in den ehrwürdigen Hallen, d.h. der Aula, der GSH. Durch Samtvorhänge, Lichtanlage und Nebelmaschine, den originalen Federschweif aus dem Fundus der Semperoper, einen riesigen Felsblock usw. wurde die Bühne der Aula kurzerhand in die Zauberwelt Sarastros und der Königin der Nacht verwandelt. Der Papageno führte auf amüsante und vorlaute Weise durch die Handlung und brachte das Publikum zum Lachen. Höhepunkte waren zweifellos der imposante Auftritt der Königin der Nacht mit ihrer Rachearie und die Verwandlung der Aula in einen Raubtierwald: Schüler der GSH wurden kurzerhand zu wilden Tieren und konnten erst durch den Klang der Zauberflöte besänftigt werden.
Im Anschluss stand das fünfköpfige Ensemble allen Fragen Rede und Antwort. So erfuhr man Details aus ihren Sängerkarrieren oder gar über die Länge der Stimmbänder eines Soprans im Vergleich zu einem Bariton, die nur wenige Millimeter beträgt, aber Oktaven im Klang ausmacht.
Ein kleines Mädchen sprach allen Zuschauern nach dieser kurzweiligen Darbietung aus der Seele: "Warum ist denn schon Schluss?"
Großer Dank geht an den Schulverein, der mit seiner großzügigen finanziellen Unterstützung dieses kulturelle Ereignis an unserer Schule überhaupt ermöglicht hat.
Günter Gall präsentierte Erich Kästner
Am 20.11.2008 trat Günter Gall mit seinem Programm "Jahrgang 1899" im Rahmen der KulturKantine an der GSH auf. Er stellte das Schaffen des 1899 - daher der Titel des Programms - geborenen Schriftstellers Erich Kästner vor. Günter Gall, der als Sänger, Gitarrenspieler, Komödiant und Rezitator seit mehr als 25 Jahren mit unterschiedlichen Programmen auftritt, brachte dem Publikum Episoden aus dem Leben des Erzählers, Dramatikers und Lyrikers Erich Kästner nahe. Insbesondere aber unterhielt er mit den Gedichten des eigentlich für seine Kinderprosa bekannten Schriftstellers.
Die Kinderbücher Pünktchen und Anton, Das fliegende Klassenzimmer oder Emil und die Detektive sind jedem bekannt, auch den Roman Fabian. Die Geschichte eines Moralis
ten erinnert man; die Gedichte allerdings sind dagegen etwas in Vergessenheit geraten. Sachliche Liebe zählt zwar zu den bekanntesten Liebesgedichten, ist aber eine Ausnahme. Kästners Fähigkeit, deutlich Zeitkritik zu äußern, findet man in den heute eher unbekannten Gedichten. Und diese fanden, neben den leichten und humoristischen Texten, Berücksichtigung in Galls Programm. Der präsentierte dann auch vor allem satirische Gebrauchslyrik und sarkastische Kabarettgedichte, die er rezitierend und unterstützt durch sein Gitarrenspiel singend vortrug. Zusätzlich zeichnete er revuehaft das Leben des in Dresden geborenen und 1974 in München gestorbenen Kästners nach. Herauszuheben im Lebenslauf ist die Zeit von 1929 bis 1933, in der wichtige literarische Werke entstanden und die Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945, die Kästner, im Gegensatz zu vielen anderen Regimekritikern, in Berlin verbrachte. Am 10. Mai 1933 erlebte Kästner in unmittelbarer Nähe, wie seine Bücher als "wider den deutschen Geist" verbrannt wurden.
Dem Programm vorausgehend rezitierte Gall das Gedicht "Kurzgefasster Lebenslauf", indem Kästner selbst Auskunft über sein Leben gibt. Es endet typisch satirisch:
"Zusammenfassend lässt sich etwa sagen:
Ich kam zur Welt und lebe trotzdem weiter."
Heute lebt Kästner durch seine Literatur weiter, die den Gästen an diesem KulturKantinen-Abend sowohl heitere als auch nachdenklich machende Unterhaltung bot.
Dennis Schnieder
Spanisches Sommerfest
Eine Fiesta im Rahmen der KulturKantine sorgte für einen unterhaltsamen Abend an der GSH. Das spanische Fest kurz vor den Sommerferien am 10.07.2008 in der Schulkantine Dorfplatz bot zahlreichen Gästen ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm. Flamenco stand dabei natürlich im Mittelpunkt.
Eröffnet wurde der Abend durch die beiden Gitarristen Juan Rodriguez und Gilberto Torres, die mit ihrem anspruchsvollen Spiel zu begeisterten wussten.
Im Gegensatz zu den vorhergehenden KulturKantinen-Abenden sorgten aber nicht nur Profis, sondern auch SchülerInnen der GSH für vielfältige Programmpunkte. So führten SchülerInnen des elften Jahrgangs unter der Leitung von Frau Albrecht das Theaterstück "Carneval" auf und SchülerInnen der Spanischkurse der siebten und achten Klassen von Frau Bretz und Frau Corrales boten ihre Unterrichtsergebnisse dar.
Im Anschluss an die Darbietungen der SchülerInnen präsentierte eine Flamenco-Tanzlehrerin mit ihrer Schülerin vier klassische Tänze und sorgte damit für ausgelassene Stimmung.
Den Abend ausklingen ließen die Gäste dann beim Gitarrenspiel der Musiker in lockerer Atmosphäre mit Tappas und einem Glas spanischem Wein.
Dennis Schnieder
Christian Quadflieg an der GSH
Am Donnerstag, den 24. Januar 2008 war Christian Quadflieg mit seinem Programm „Goethe und die Frauen. Eine erotische Biografie“ im Rahmen der KulturKantine zu Gast an der GSH. Auch dieser Abend war wie der vorhergehende mit Esther Bejerano ein voller Erfolg. Mehr als 150 Gäste – die Lesung war bereits im Vorverkauf ausverkauft – fanden sich im Dorfplatz, der Kantine der GSH, ein und erlebten einen kurzweiligen Abend mit dem Schauspieler Quadflieg, der verschiedene Texte aus dem Werk Johann Wolfgang von Goethes rezitierte.
Einen hervorragenden Namen hat sich Christian Quadflieg zunächst nicht mit seinen Liveprogrammen gemacht, sondern als Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera. Er spielte an Theatern in Berlin, Hamburg, München, Wien und Zürich. Im Fernsehen war er in zahlreichen Filmen und beliebten Serien wie dem „Tatort“ zu sehen. Besonders durch seine Rolle in der erfolgreichen TV-Serie „Der Landarzt“ ist er bekannt.
Eine Dame aus dem Publikum fragte daher, warum er denn nicht mehr im Fernsehen zu sehen sei? Quadflieg antwortete darauf, dass anspruchsvolle Fernsehfilme leider immer seltener würden und er bei der Wahl seiner Filmrollen ein bisschen wählerischer geworden sei. Das Warten auf qualitätsvolle Drehbücher erlaube ihm nun aber – und das kommt den Besuchern seiner Auftritte zu Gute – vermehrt seiner Leidenschaft, den Rezitationen, nachzugehen.
Und dass dies Quadfliegs Leidenschaft ist, davon konnten sich die Gäste überzeugen: Auf höchstem schauspielerischem Niveau trug Quadflieg eine unterhaltsame Mischung aus Goethes Werk vor. Er las Auszüge aus Romanen und Dramen, rezitierte Gedichte, Briefe und Tagebuchnotizen und ergänzte dies mit Zitaten verschiedener Zeitgenossen Goethes. Selbst schob er immer wieder kommentierend-ironische Zwischen- bemerkungen, aber auch informative Interpretationshilfen ein.
Quadflieg präsentierte auf diese Weise eine „erotische“ Biografie Goethes, die sicherlich vielen Besuchern den Dichter aus einer anderen Perspektive näher brachte. Es wurde deutlich, inwiefern Begegnungen mit der „holden Weiblichkeit“ Goethe zu seiner wundervollen Dichtung inspiriert haben.
Zum Ende der Veranstaltung hatte das Publikum die Gelegenheit, mit Quadflieg ins Gespräch zu kommen. Unter dem Eindruck der Lesung stellten Damen und Herren aus dem Harburger Stadtteil, Lehrer, aber auch Schüler interessiert Fragen, die wortreich beantwortet wurden. So machte Quadflieg deutlich, dass es ihm ein großes Bedürfnis sei, die Begeisterung, die er selbst bei der Beschäftigung mit Literatur verspürt, zu vermitteln.
Dies ist ihm an diesem KulturKantinen-Abend gelungen.
Dennis Schnieder
Erster Abend der KulturKantine mit der Zeitzeugin Esther Bejanrao war ein voller Erfolg
150 Menschen fanden sich am Donnerstag, den 22.11. 2007 in der Kantine "Dorfplatz"
der GSH ein, um dicht gedrängt Esther Bejaranos ergreifenden Bericht über ihre Erlebnisse
während der NS-Zeit anzuhören.
Esther Bejarano wurde als Tochter eines jüdischen Oberkantors im Dritten
Reich gesellschaftlich isoliert, verfolgt und interniert
Tief bewegt lauschten die Besucher in der Kantine den Worten der Musikerin,
die die Vernichtung von Ausschwitz nur überlebte, weil die NS-Schergen
sie für das Mädchenorchester ausgewählt hatten.
Diese Veranstaltung ist, weil sie so bewegend war, ein gelungener Auftakt
der neuen Veranstaltungsreihe „Kulturkantine".
Ergänzt und abgerundet wurde der Abend thematisch durch eine Ausstellung von Schülerarbeiten zum Reichspogromnacht, den Buchtipps der Buchhandlung am Sand mit Büchern zum Thema Holocaust und Nationalsozialismus und durch die stimmungsreiche Musik des kleinen Kantinenorchester. Das Orchester aus Schülern, Lehrern und ehemaligen Schülern der GSH spielte sechs selbst arrangierte jiddische Lieder. Die Antifa-AG stellte ihre Arbeit dar und zeigt so jedem die Gelegenheit sich zu engagieren, damit wir eine Zeit wie die der Verfolgung und Massenmorde nicht wieder erleben.
Den Organisatoren und Mitwirkenden vor allem auch des "Dorfplatzes" und des WP3-Kurses Bühnentechnik, die diesen Abend ermöglicht haben,
sei für ihr Engagement besonders gedankt.
Anke Schultz
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