Darstellendes Spiel

Der Dieb, der nicht zu Schaden kam ...
oder wie man das Spiel spielt.

Der Kurs "Darstellendes Spiel" des 13. Jahrgangs zeigte im Juni 2005 im Kuppelsaal der GSH das Stück "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam ...oder wie man das Spiel spielt."

Wie es zu diesem Stück kam, wollt ihr wissen? Na dann passt mal gut auf!
Man nehme einen interessierten DSP-Kurs (S4) und eine engagierte Leiterin (Ulrike Sacher), führe ihnen Grotowskis Konzeption des "armen Theaters"* vor Augen und gebe ihnen zwei Stücke, die unterschiedlicher nicht sein können:
1. Dario Fo's Stück "Der Dieb, der nicht zu Schaden kam", eine amüsante Verwechslungskomödie über Ehebruch, Missverständnisse und, wie sollte es anders sein, einen Dieb.
2. "Der Kater oder wie man das Spiel spielt" von Tankred Dorst. Ein Stück, das in ironischer Weise mit den Reaktionen eines eher konservativen Publikums auf eine moderne Inszenierung spielt.
Hier haben wir die Idee des "Spiels im Spiel" gefunden, sowie für "unser Publikum" die Rollen eines Ehepaars, das sehr darauf bedacht ist, den moralischen Anstand des Stückes zu wahren. Zwei tussige Freundinnen sowie die hin- und her gerissene Mama eines Schauspielers wurden dazugedichtet.

Nachdem diese Zutaten gut durchgemischt wurden, ist Folgendes dabei herausgekommen: Der Dieb Angelo bricht in die Wohnung eines Politikers ein und verbringt dort die verworrensten Stunden seines Lebens. Denn anstatt aufs Land gefahren zu sein, kreuzt der Hausherr Prazosi plötzlich zusammen mit seiner Geliebten Julia auf. Der Dieb wird zum Mitwisser dieser Affäre und Prazosi zwingt ihn, eine Rolle in seinem riesigen Lügengespinst von Vertuschungsversuchen mitzuspielen. Durch das Auftauchen von Maria, der eifersüchtigen Frau des Diebes, sowie Anna, der distinguierten, etwas komplizierten Frau des Politikers, wird die Situation ständig umgeworfen und Prazosi wird andauernd gezwungen, seinem Lügengebäude weitere Etagen zuzufügen.

Doch damit nicht genug, dieses ganze Geschehen nimmt "unsere Zuschauer" so sehr mit, dass sie hin und wieder gar nicht anders können und einfach mitmischen müssen, wodurch die Situation endgültig außer Kontrolle gerät.
- "Ein Missverständnis mehr oder weniger, was spielt das heutzutage noch für eine Rolle!"
- "Es hat nie ein Missverständnis gegeben!"

* Wer mehr darüber erfahren will, lese nach bei Manfred Brauneck, Theater im 20. Jahrhundert, S. 412-421, oder frage die Schauspieler!

Kurs DSP, S4 (2005)    
Foto: Evers
Foto: Evers
Foto: Evers
Foto: Evers
Foto: Evers
Foto: Evers